Wer sind meine Eltern ?  
Bei uns melden sich immer wieder Jugendliche, die einen oder beide leiblichen Elternteile nicht kennen. Wir helfen bei der Suche und Kontaktaufnahme.
Jedes Kind hat ein Recht, seine Herkunft zu kennen. Daher sprechen wir uns gegen anonyme Adoption und gegen anonyme Geburt aus. Ideal wäre natürlich, wenn man selbst entscheiden kann, wieviel Kontakt man zu den leiblichen Eltern haben möchte (Besuchskontakte) - zumindest müsste aber sichergestellt sein, dass man ab 14 (analog zum Kindschaftsrecht) jederzeit Einsicht in seine Akten und auch Zugang zu Information über die leiblichen Eltern hat.
   
Nachbetreuung ?    
"Wir sind nicht mehr zuständig!", dieser Satz trifft viele "fremduntergebrachte" junge Menschen wenn sie mit 18 volljährig werden. Wann endet die Zuständigkeit von leiblichen Eltern?
Gerade im frühen Erwachsenenalter braucht man oft noch Unterstützung. "Fremduntergebrachte" suchen diese oft vergeblich. Eine Vertrauensperson, jemanden, der über kleinere und größere Hürden hilft, der Beziehung bieten kann - das gehört zu einer verantwortlichen "staatlichen Obhut" eigentlich dazu. Es ist erschreckend, wie viele in dem "Nicht-Zuständigkeitsnetz" gefangen sind.
Wir helfen jungen Menschen, die keinen Ansprechpartner haben! Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht und sind bereit für Jüngere da zu sein.
     
das gelindeste Mittel ?    
Eigentlich ja ideal, nicht gleich weg von den Eltern, sondern erst mal Unterstützung finden. Tatsache ist, dass durch verschiedene Sparmaßnahmen einiges von der Liste gestrichen wurde, das eine Fremdunterbringung verhindern könnte. In einigen Bundesländern ist die Situation so krass, dass es nahezu keine Alternativen zur Fremdunterbringung gibt. Psychotherapie, wenn du Unterstützung brauchst, mit deiner Familie klarzukommen- wird oft nur mehr finanziert, wenn du fremduntergebracht bist. Therapeutische oder sozialpädagogische Familienhilfen haben oft extrem lange Wartezeiten oder werden nicht finanziert. - Alles zu teuer ? Ist es zu teuer, dass Jugendliche/ Kinder die Hilfe bekommen, die sie brauchen und wollen?
Wir sind der Meinung, dass sinnvolle Hilfe möglichst individuell abgestimmt werden muss, dazu braucht es eben umfassende Angebote. Also nicht streichen - nachdenken!
 
Pflegefamilien ?
Angeblich eine aussterbende Spezies Mensch, da die Hilfs- und Pflegebereitschaft der Menschen ständig abnimmt. Für Kinder, die dringend einen Lebensraum mit "familiären Bezügen" brauchen, lebensnotwendig. Durch die sinkende Zahl von Pflegefamilien, müssen Geschwister getrennt oder Kinder weit entfernt von ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Gefordert ist natürlich auch die Regierung, die Bedingungen für Pflegeeltern zu verbessern.Wir glauben daran, dass es noch Menschen gibt, die zu so einer Aufgabe bereit wären -nicht weil sie kein Adoptionskind bekommen, nicht weil der Job gut entlohnt wird- einfach, weil sie einem Kind ein wenig Wärme mitgeben können und wollen.
Wenn Sie bereit sind Pflegemutter oder -vater zu wurden, wenden Sie sich an das Jugendamt !